Ohne Anstehen buchbar Die Geschichte der Arena di Verona
Von einer Gladiatorenarena des 1. Jahrhunderts zu einem Monument, das fast zweitausend Jahre später noch genutzt wird – die Geschichte des römischen Amphitheaters von Verona.
Die Arena di Verona zählt zu den am besten erhaltenen römischen Amphitheatern der Welt und ist das prägende Wahrzeichen einer UNESCO-Welterbestadt. Erbaut um 30 n. Chr., trotzte sie Erdbeben, wechselnden Nutzungen und fast zwei Jahrtausenden – um nicht als Ruine, sondern als bespielte Stätte zu überdauern. Dieser Guide führt durch ihre Geschichte und die Fakten, die Besucher am meisten interessieren: wann und wie sie erbaut wurde, welchem Zweck sie diente, was das Erdbeben von 1117 zerstörte – und warum sie bis heute Abend für Abend ihr Publikum füllt.
Erbaut um 30 n. Chr. – das Amphitheater.
Die Arena wurde um 30 n. Chr. im 1. Jahrhundert erbaut, als Verona eine blühende römische Kolonie an den Handelswegen Norditaliens war. Sie entstand knapp außerhalb der ursprünglichen Stadtmauern – der üblichen römischen Praxis für große öffentliche Gebäude, die Menschenmassen anzogen. Im Jahr 265 n. Chr. ließ Kaiser Gallienus die Mauern erweitern, und das Amphitheater wurde in die Stadt integriert, die es seither prägt. Errichtet wurde es aus dem rosé-weißen Kalkstein der Valpolicella-Hügel; das daraus resultierende zweifarbige Mauerwerk, Dichromatismus genannt, ist eines der Markenzeichen des Monuments.
Die elliptische Struktur bot rund 30.000 Zuschauern Platz. Damit ist es das drittgrößte erhaltene römische Amphitheater – nur übertroffen vom Kolosseum in Rom und dem Amphitheater im antiken Capua bei Neapel. Seine Bestimmung war das öffentliche Spektakel – allen voran die Gladiatorenkämpfe, die das Massenentertainment der römischen Welt darstellten.
Das Erdbeben von 1117 und die Ala
Ursprünglich besaß die Arena einen hohen äußeren Ring, eine dritte monumentale Arkadenfassade, die das gesamte Bauwerk umschloss. Am 3. Januar 1117 erschütterte ein außergewöhnlich starkes Erdbeben die Region und zerstörte fast den gesamten Ring. Das erhaltene Fragment – nur vier Bögen, bekannt als die Ala (italienisch für „Flügel“) – ist der einzige verbliebene Zeuge dieser Außenfassade und ragt noch heute auf einer Seite des Monuments über das umliegende Mauerwerk empor.
Entscheidend ist, dass sich der Schaden auf den äußeren Ring konzentrierte. Der innere Arkadenring und die gestuften Sitzreihen blieben weitgehend intakt – weshalb die Arena heute als vollständiges Amphitheater und nicht als Ruine erscheint. Genau dieses Überleben des Innenraums macht sie zu einem der am besten erhaltenen römischen Amphitheater überhaupt.
Durchgehende Nutzung – Von Gladiatoren zur Oper
Was die Arena von den meisten römischen Amphitheatern unterscheidet, ist, dass sie nie außer Gebrauch geriet. Nach der Ära der Gladiatorenspiele fanden im Mittelalter Turniere und Ritterkämpfe in der Arena statt, später diente sie zur Vorführung exotischer Tiere und für öffentliche Veranstaltungen. Ihre weitläufigen Sitzreihen und die natürliche Akustik hielten sie lange nach dem Untergang der römischen Welt nutzbar.
Seit 1913 beherbergt die Arena ein berühmtes sommerliches Opernfestival und zählt bis heute zu den großen Open-Air-Spielstätten der Welt. Diese Kontinuität ist wesentlich für ihren Charakter: Ein Besucher, der heute auf dem Arenaboden steht, betritt einen Raum, der seit fast zweitausend Jahren – in der einen oder anderen Form – Publikum anzieht. Deshalb unterscheidet sich ein Tagesbesuch des Monuments auch vom Festival – im Sommer trägt der Boden eine Bühne, außerhalb der Saison ist er die nackte römische Arena.
Die Arena und das UNESCO-Weltkulturerbe Verona
Die Stadt Verona wurde im Jahr 2000 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen – gewürdigt als herausragendes Beispiel einer Stadt, die sich über zwei Jahrtausende kontinuierlich entwickelte und künstlerische Höchstleistungen aus römischer, mittelalterlicher und Renaissance-Zeit hervorgebracht hat. Die Arena ist das Herzstück dieser römischen Schicht und das bekannteste Monument der Stadt.
Veronas römisches Erbe reicht über die Arena hinaus – das Teatro Romano jenseits der Etsch, die Ponte Pietra und der Grundriss der Altstadt gehen alle auf die römische Stadt zurück – doch es ist das Amphitheater, das noch immer in voller Höhe auf der Piazza Bra steht, das die Welterbe-Eintragung verankert und Besucher aus aller Welt anzieht.
Häufig gestellte Fragen
Wann wurde die Arena di Verona erbaut?
Um 30 n. Chr., im 1. Jahrhundert, als Verona eine römische Kolonie war. Sie ist älter als das Kolosseum in Rom, das um 80 n. Chr. fertiggestellt wurde.
Wie viele Menschen fasste die Arena?
In römischer Zeit etwa 30.000 Zuschauer. Sie ist das drittgrößte erhaltene römische Amphitheater nach dem Kolosseum und dem Amphitheater im antiken Capua.
Wofür wurde die Arena genutzt?
Ursprünglich für Gladiatorenkämpfe und öffentliche Spektakel. Im Mittelalter fanden hier Turniere und Ritterkämpfe statt, später Tierdarbietungen; seit 1913 beherbergt sie ein sommerliches Opernfestival.
Was zerstörte das Erdbeben von 1117?
Fast den gesamten äußeren Ring des Amphitheaters. Der vierbogige Ala ist das einzige erhaltene Fragment dieser ursprünglichen Außenfassade; die innere Struktur und die Sitzreihen blieben weitgehend intakt.
Woraus besteht die Arena?
Rosa-weißer Kalkstein aus den Valpolicella-Hügeln bei Verona. Der zweifarbige Effekt wird als Dichromatismus bezeichnet.
Ist die Arena ein UNESCO-Weltkulturerbe?
Die Stadt Verona wurde im Jahr 2000 als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen, und die Arena ist ihr prägendstes Monument.